Cinque Terre - Gardasee 

 

 

 

 

3. -  9. APRIL 2018

 

 

 

Die ersten warmen Tage geniessen in diesem Jahr, unter südlicher Sonne, das war unsere Idee.

 

Am Dienstag nach Ostern sollte es losgehen. Die Wetterprognosen versprachen super Wetter gegen das Wochenende. Auf der Hinfahrt und am Mittwoch würde es zeitweilen noch regnen. Das nahmen wir in Kauf und machten uns so gegen 9 Uhr auf den Weg. 

Für die Hinfahrt wählten wir die Strecke über die Autobahn nach Mailand - Piacenza - Parma - Levanto. Über Genua wären es 10 Minuten kürzer gewesen, aber für die von uns schon öfters gefahrenen Strecken wählen wir ab und zu eine Alternativroute. Das Wetter präsentierte sich durchzogen wie vorausgesagt und so beschlossen wir durch zuziehen bis ans Ziel. 

 

Au der Gotthard Raststätte bei Altdorf trafen wir auf  Fritz und Vroni, mit denen wir diesen Ausflug geplant haben. Zusammen bodigten wir die Strecke von 560 Km und kamen gegen Abend in Levanto an.

Der Campingplatz Aqua Dolce hat uns angenem überrascht, haben sie doch seit unserem letzten Besuch vor 2 Jahren aufgerüstet mit einem super schönen Restaurant. Etwas müde von der Fahrt hatten wir keinen Bock mehr, noch auf Futtersuche zu gehen oder selber zu

kochen. Also genehmigten wir uns im neuen Restaurant die erste Pizza.

 

Den Mittwoch benutzten wir um uns wieder mit den Örtlichkeiten vor Ort  vertraut zu machen. Also erkundigten wir uns auf dem Tourist-Office nach dem Zustand der Wanderwege im Nationalpark. Vor 2 Jahren war die Panoramastrecke dem Meer entlang, von Rio Maggiore nach Manarola, wegen eines Erdrutsches gesperrt. Die Alternativstrecke über den Berg war zwar auch schön, aber mit den vielen hundert Treppen etwas anstrengend. Man würde sich der Sache annehmen hiess es vor 2 Jahren. 

Hier folgte nun der Hammer: Nichts hat man gemacht, die Strecke ist immer noch unpassierbar und jetzt seien auch noch 2 andere Abschnitte gesperrt! Die Dame hinter dem Desk meinte: "Man sei dran". 

 

Offen ist nur noch ein Teil der Panoramastrecke, nämlich von Vernazza nach Monterosso.  

Im Gegenzug hat man dann auch gleich die Eintrittsgebühren zum Nationalpark massiv erhöht! 

Gute Geschäftsidee. Weniger anbieten dafür mehr kassieren.

 

Nun, wir lieben sie trotzdem, die Italiener. Irgendwie schaffen sie es immer noch zu überleben. Schade nur, dass sie eine so grosse Abneigung gegen Hammer und Schaufel empfinden. Dabei wäre doch Bewegung so gesund!

 

 

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Camping Aqua Dolce in Levanto          GPS    N 44°10'0038''   O 9°36'47.67''

(Ab Ortseingang Beschilderung beachten. Navi leitet irrtümlicherweise ins Nirwana

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Donnerstag, 5. April

 

Monterosso - Levanto

 

Der Wetterbericht versprach am Donnerstag ab Mittag Sonne. Also machten wir uns mit dem Zug auf den Weg nach Monterosso. Von da planten wir den Weg zurück zum Camp zu Fuss zu bewältigen. Eine Strecke von etwas mehr als 8 Km und einer Höhendifferenz von ca. 500m. Sie liegt zum Teil ausserhalb des Nationalparks und ist daher gebührenfrei.

Von nun an hatten wir wettermässig keine Sorgen mehr. Anfangs war es noch kühl, die Nebelschwaden hingen tief, aber nach und nach setzte sich die Sonne durch. Ideales Wanderwetter. 

Nach einer ausgiebigen Erkundungstour durch Monterosso stärkten wir uns noch mit einem Teller Spaghetti Vongole oder einer Pizza, dann nahmen wir den Anstieg in Angriff. 

 

Nach der langen Winterpause machte sich unsere fehlende Kondition schon bald bemerkbar. Es zurrte in den Beinmuskeln und ab und zu musste eine Verschnaufpause eingelegt werden. Der Pfad führte in vielen Windungen und Treppenstufen den Berg hoch. Immer wieder öffnete sich ein Fenster im Gebüsch und gab den Blick frei auf das schöne Städtchen Monterosso und das Meer. Die Strecke bot viele abwechslungsreiche Passagen. Mal eben und ausgebaut, mit Holzgeländer auf der Talseite, dann wieder Traversierungen über felsiges Gelände. Auch kleinere Bergbäche kreuzten manchmal den Weg. Gutes Schuhwerk ist auf dieser Wanderung von Vorteil. 

 

Gegen Abend erreichten wir Levanto und freuten uns auf die Dusche und ein gutes mediteranes Nachtessen.  

 

Blick auf Levanto

 

 

 

 

 

Freitag, 6. April

Riomaggiore

 

Heute wollten wir die Knochen  schonen und beschlossen, die Orte Riomaggiore, Manarola und Corniglia mit dem Zug zu besuchen.

Die meisten Touristen wählen diesen Weg um Cinque Terre zu erkunden. Wandern tun die wenigsten. Viele reisen auch mit dem Boot an, das von La Spezia aus die Dörfer anfährt.

Das Wetter ist in der Zwischenzeit immer freundlicher geworden. Die Temperatur betrug nun schon über 20°C. 

Riomaggiore ist das südlichste Dorf der Cinque Terre. Die Gemeinde zählt 1542 Einwohner und gehört zur Provinz La Spezia. Über der malerischen Hafenbucht von Riomaggiore erheben sich steil die farbenfrohen Häuser, zu denen von der breiten Hauptstrasse steile Treppen hinaufführen. Über dem Ort thront die Kirche San Giovanni Battista, die ebenfalls nur über Treppen zugänglich ist. 

 

Nach einer ausgiebigen Erkundungstour und einem Erfrischungshalt an der Bar, bestiegen wir den nächsten Zug Richtung Corniglia. 

 

 

 

Riomaggiore, erreichbar zu Fuss vom Bahnhof aus durch einen Tunnel. 

 

 

 

 

 

Corniglia

Vom Bahnhof Corniglia hinauf ins Dorf verkehrt ein Shuttlebus. Der Run auf diesen kleinen Bus war enorm, nur die wenigsten schafften es sich einen Platz zu ergattern. Wir wollten nicht warten bis zum nächsten Transport und machten uns zu Fuss auf den Weg. Über viele steile Treppen führte der Weg zick-zack hinauf in das 250-Seelen Dorf.

Corniglia ist unter den Cinque-Terre-Dörfern etwas Besonders: Es liegt nicht direkt am Meer, sondern auf einem Felsen achtzig Meter über dem Wasser. Das gibt dem Ort einen besonderen Reiz. Nirgendwo in den anderen Ortschaften geniesst man eine solche Aussicht über die Küste.   

 

 

 

Die steigende Temperatur und der steile Aufstieg haben uns leicht ins Schwitzen gebracht. So kam uns der Rundgang durch die kühlen engen Gassen des alten Teils von Corniglia gerade gelegen. Der Ort ist sehr klein und war schnell erkundet. Die grandiose Aussicht von der Terrasse am äusseren Ende der einzigen durchgehenden Gasse, entschädigte uns für die Mühe des Aufstiegs. 

Noch feine Gelati  auf dem Dorfplatz, dann machten wir uns wieder Gedanken über die Rückreise zum Bahnhof. Eigentlich waren wir ja zum Wandern da, also liessen wir den Shuttlebus gleich links liegen und machten uns zu Fuss auf den Rückweg zum Bahnhof.   

 

 

 

 

 

 

Samstag, 7. April

Vernazza - Monterosso 

 

Der Wanderweg von Monterosso nach Vernazza soll einer der schönsten der Cinque Terre sein. Gutes Schuhwerk ist notwendig auf dem steinigen Weg, der durch Olivenhaine und vorbei an blühenden Kakteen führt und den wohl schönsten Blick auf Vernazza mit dem kleinen Naturhafen eröffnet. Die Strecke wird mit 3.5 km und einer Wanderzeit von 1.5 Std. angegeben. Und tatsächlich, es wird nicht zu viel versprochen.

Vernazza ist eines der fünf Jahrhunderte alten Dörfer der Cinque Terre, an der schroffen ligurischen Küste Nordwest-Italiens. Der kleine Jachthafen des Dorfes ist von farbenfrohen Häusern umgeben. Die Kirche Santa Margherita di Antiochia hat einen Glockenturm samt Kuppel. Die mittelalterliche Doria-Felsenburg mit zylindrischem Turm diente einst der Verteidigung; direkt darunter liegt die Bastion Belforte.

Nach einer ausgiebigen Tour durch den Ort machten wir uns auf den Weg Richtung Monterosso. Der üblich Anstieg auf die erste Geländekuppe führte durch lichtes Gehölz und gab immer wieder den Blick frei auf die Bucht von Vernazza. Der Weg war gut signalisiert und meist gut erhalten. Mehrmals passierten wir Brücken, die über die kleinen Bergbäche führten.  Wasser, sehr zur Freude unseres fünften Gruppenmitgliedes: Yuco, der Vierbeiner von Vroni und Fritz, stürzte sich jeweils mit Vergnügen in die aufgestauten Wassermengen neben dem Weg. Diese Abkühlung konnten wir nicht geniessen, die Badehosen waren im Camper geblieben. Dafür bedienten wir uns öfters der mitgeführten Wasserflasche. 

Mittlerweilen hat die Temperatur um die 26°C erreicht und wir waren froh, dass der Weg ab und zu schattige Abschnitte aufwies. Schade, dass dies der einzige offene Panoramaweg der ursprünglichen Route von Riomaggiore nach Monterosso ist. Die Wanderer konzentrierten sich auf dieser Strecke. Öfters mussten wir auf dem schmalen Weg in Nischen ausweichen, damit der Gegenverkehr passieren konnte.

 

Kurz nach Mittag erreichten wir Monterosso.

Das Dorf ist mit rund 1700 Einwohnern der grösste Ort der Cinque Terre. Hier ist am meisten los: die meisten Hotels, die meisten Restaurants und Geschäfte, die meisten Leute, der breiteste Strand. In der Saison (und das heisst von Ostern bis Anfang Oktober) herrscht oft ein gewaltiger Trubel, vor allem an Wochenenden, wenn zu all den Besuchern auch noch Massen von italienischen Ausflüglern stossen. Die Cinque-Terre-Idylle findet man in Monterosso nicht, aber dafür hat man bei den Hotels, beim Essen und Einkaufen mehr Auswahl als in den Nachbardörfern. Und ausserdem findet sich hier der einzige grosse Badestrand der Cinque Terre.

 

Hungrig vom Wandern, machten wir uns nach dem Rundgang durch das Dorf sofort auf Futtersuche. Vor einem netten Strassenbeizli liessen wir uns nieder und genossen die mediterrane Küche. Yuco fand ein schattiges Plätzchen unter dem Tisch und genoss die Ruhe abseits des Rummels. War er doch der absolute Star unserer Gruppe. Alle wollten ihn streicheln! Wo immer wir auftauchten, blieben vor allem die jungen Damen stehen und wollten ihm den Rücken kraulen. Besonders junge Asiatinnen fühlten sich zu ihm hingezogen. Man(n) hätte leicht neidisch werden können.  Henu, die Asiaten haben ja bekanntlich Hunde zum Fressen gern!

Unten am Strand lagen bereits die ersten sonnenhungrigen Badegäste. Ab und zu landete ein Gleitschirmflieger zwischen den Sonnenbadenden und bot damit ein besonderes Spektakel.  

 

 

Unser Ziel hier in Cinque Terre haben wir nun erreicht. Wir hatten eine gute Zeit, genossen was die Gegend zu bieten hatte. 

Anita und ich wollten eigentlich noch ein paar Tage in der Toscana verweilen aber die Wetterprognosen waren miserabel für die nahe Zukunft. Eine Kaltfront zog sich von der Biscaya bis hinunter nach Griechenland. Auf der Nordseite der Alpen soll die Sonne scheinen und es sei warm, meinte unser Computer. Also nichts wie nach Hause!

 

Sonntag, 8. April

Am Gardasee

 

Auf dieser Strecke wollten wir die Gegend abseits der Autobahn geniessen. Diese Idee war nicht unbedingt die beste. Die Strassen von Levanto bis Garda über den Passo dei Cento Colli waren mehrheitlich in schlechtem Zustand. Immer wieder musste Schlaglöchern ausgewichen werden. Umgefahrene und verrostete Strassensignalisationen hingen schief in der Gegend herum. Alles wirkte ungepflegt. In dieser Gegend fehlt ganz offensichtlich das Geld. Vielerorts passierten wir Geisterquartiere mit Häusern ohne Fensterscheiben, wo sich das Unkraut in Ritzen und Nischen breit macht. Verlassene Industriegebäude säumten die Strasse in weiten Teilen. Eine trostlose Gegend in der nicht nur das Geld, offensichtlich auch die Motivation etwas zu verbessern, fehlt. Die Leute haben resigniert. Die Prachtbauten und gläserne, futuristische Industriebauten entlang der viel befahrenen Autobahnen vermittel oftmals eine falsche Perspektive über "Bella Italia". 

 

Gegen Abend erreichten wir Garda. Hier wollten wir einen Zwischenstopp machen und auf dem uns bekannten Stellplatz mitten in Garda übernachten. Noch schien die Sonne bei unserer Ankunft. Wir mischten uns unter die Leute und genossen die wärmende Abendsonne bei einem Apéro in einem der vielen Beizli am Seeufer.

 

 

 

 

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 Stellplatz Garda          GPS    N 45°34'30.40''   O 10°42' 36.40''. 

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Montag, 9. April

Heimreise

 

Das Wetter war nun wie angekündigt. Der Himmel bedeckt und es war kalt.

Ein kleiner Lichtblick präsentierte sich am Strassenrand in Form eines Strassenverkäufers. Schöne, grosse Erdbeeren aus Sizilien. Das war ein Notstopp wert. Ein grosser Teil davon schaffte es nicht mehr bis in die Einmachgläser zu Hause!

 

 

Für einmal war die (Wetter-) welt verdreht. Die Alpennordseite empfing uns mit sonnigem Wetter. Noch bis 2 Wochen nach unserer Heimkehr meldeten die Wetterberichte von kaltem Wetter in den südlichen Regionen.   

 

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